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Heute als Königin des Drama-Pop gefeiert, eroberte die stimmgewaltige Londonerin Florence Welch mit ihrem Debütalbum “Lungs” die Musikwelt. Damals schaffte sie es auf Platz eins der britischen Charts und wurde – und das ist noch erstaunlicher – auch in den USA mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet. 2011 hat es Florence Welch sogar auf die “Time Magazine”-Liste der 100 weltweit einflussreichsten Persönlichkeiten geschafft.
Durch ihre etwas altmodische Art ist Florence Welch seit 2009 für immer mehr Fans zu einer besonderen Musikerin. Sie nennt sich selbst Florence & The Machine. Bei The Machine handelt es sich um keine feste Band. Damit sind die Musiker gemeint, die sie gerade begleiten. Florence bleibt dabei immer die Hauptperson. Die altmodische Sängerin lässt sich in ihre Songs ganz fallen. Mit ihrer großen Soulstimme singt sie Indie-Popsongs. Gleichzeitig ist Florence & The Machineaber auch ein ausgesprochen modernes Pop-Produkt. Denn ihr Durchbruch in den USA gelang ihr nach einem spektakulären Auftritt bei den MTV Video Music Awards, wo sie ihren Song “Dog Days Are Over” im großen Ballkleid auf einer rotierenden Scheibe sang. Danach waren ihre Lieder im Soundtrack etlicher US-Fernsehserien zu hören.
Ihr vorheriges Album “Lungs” wurde durch die Kritiker der Musikzeitschrift “Spin” zum Album des Jahres gewählt. Nun legt sie mit “Ceremonials” den Nachfolger vor. Ihr Debütalbum “Lings”, war ein charmantes Sammelsurium aus PJ-Harvey-artigem Trotz-Blues (“Kiss with a Fist”), einer sympathischen Disco-Coverversion (“You’ve Got the Love”) und opulent arrangiertem Britinnen-Soul (“Dog Days Are Over”), aufgenommen in verschiedenen Studios mit unterschiedlichen Produzenten. Ihr neues Album dagegen klingt nicht mehr nach einer Vorliebe fürs Unperfekte. Das neues Album wurde ausschließlich mit dem Produzenten Paul Epworth im Abbey-Road-Studio aufgenommen. Fast alle Songs sind rund fünf Minuten lang, voller Streicher und Stammestrommeln, und Florence Welchs Stimme ist nahezu nonstop im Drama-Modus. Kritiker fragen sich, ob sie mit ihren intimen und bewegenden Texte über Bedauern, Betrug und Begräbnisse, die sie mit bombastischen Sound kombiniert hat, nicht vielelicht die Richtung von U2 einschlagen will.