Die gängige Vorstellung vom Singer/Songwirter, geht wohl immer noch auf die Barden unserer Eltern zurück. Bob Dylan, Leonard Cohen, die mit ihrem lyrischen Talent und sanften Klängen, die Misstände unserer Welt besangen. Justin Vernon ist für diese Genre eigentlich zu jung. Trotzdem hat er sich durch sein Projekt “Bon Iver” ganz weit hoch in den Szenehimmel katapultiert und das ganz ohne schrille Outfits.
Auch wenn seine melancholischen Lieder besser in eine Blockhütte mit knisterndem Lagerfeuer passen, schaffte er es im November die gesamte Berliner Columbiahalle zu füllen. Über 3.500 Menschen besuchten das ausverkaufte Konzert und konnten teilnehmen an etwas, dass getrost als magischter musikalischer Moment 2011 bezeichnet werden kann.
Justin Vernon ist Bon Iver. Seit er 2007 sein Debutalbum For Emma, Forever Ago veröffentlichte schaffte er sich in die Herzen verschiedenster Gruppierungen zu singen. Zu seinem Konzert, in dem er die neue Platte Bon Iver, Bon Iver kamen die unterschiedlichsten Leute. Nur wenige Akkorde begleiten seine Stimme, die aus tiefster Brust von den Leiden der Liebe erzählen. Die Idee zum Projekt “Bon Iver” (Franz. Kalter Winter) kam ihm, als er sich von den Widrigkeiten der Welt in eine Jagdhütte zurückzog, um sich danach mit voller Innbrunst seinem musikalischen Projekt zu widmen.
Und er trifft mit seinen Songs genau den Nerv der Zeit. Zu viele enttäuschte Seelen, die sich in rauen Großstadtdschungeln tummeln, sehnen sich nach Stunden in denen ihr Leid durch melancholische Songs gelindert wird. Und so treffen auf seinem Konzert alleinstehende Lehrer, magersüchtige Schülerinnen und karohemdtragende Berliner Mittehipster mit Nerdbrille aufeinander, denn sie alle verbindet diese besagte Schwermut.
Als Vernon dann sein “Skinny Love” zum Besten gibt wird es besinnlich in der Columbiahalle. Nach dem Konzert sind sich alle einig, dass sie hier etwas ganz Besonderes erleben durften.